Serie: Ehrenamt in Gütersloh

Sybille Hilgert

Autor: Sybille Hilgert

Fotos: Sybille Hilgert

07.03.2024

Elisabeth Schubert, Reisebegleiterin der Seniorenreisen, und Sven Witte, beim Caritas-Verband Gütersloh verantwortlich für die Seniorenreisen


Serie: Ehrenamt in Gütersloh

 

Ehrenamtliches Engagement schenkt Freude und Sinnerfüllung - das sagen alle, die ein solches Amt ausüben. In unserer neuen Serie stellen wir die unterschiedlichsten Ehrenämter vor, die es in Gütersloh gibt und starten mit Elisabeth Schubert, die als Reisebegleiterin für Seniorenreisen beim Caritas-Verband Gütersloh tätig ist.

 

Reisebegleiterin beim Caritas-Verband Gütersloh

 

Wenn eine eine Reise tut, dann kann sie viel erzählen. Die Verlerin Elisabeth Schubert hat als ehrenamtliche Reisebegleiterin der Seniorenreisen beim Caritas-Verband Gütersloh nicht nur unglaublich viel zu erzählen und erlebt, sondern ist auch nach 24 Jahren mit großer Begeisterung dabei.


Text und Foto: Sybille Hilgert

 

Im Jahr 2000 begleitete die junggebliebene Frau eine Reisegruppe der Caritas zum ersten Mal. Diese Seniorenreisen werden seit vielen Jahrzehnten angeboten. Wie Sven Witte, Verantwortlicher für den Bereich beim Caritas-Verband Gütersloh, erzählt, werden die Reisen nach wie vor begeistert angenommen. An der anhaltenden Beliebtheit haben sicherlich auch Reisebegleiterinnen wie Elisabeth Schubert einen großen Anteil.

 

Elisabeth Schuberts Mutter, die in Verl für die Caritas tätig war, vermittelte ihrer Tochter diese ehrenamtliche Aufgabe. Und obwohl Elisabeth Schubert nicht wusste, was auf sie zukam, sagte sie zu. Zur Vorbereitung setzte sie sich mit einer erfahrenen Reisebegleiterin in Verbindung und ließ sich von ihr erzählen, was zu tun sei. „Ich habe ihr sehr genau zugehört und das hat mir bei meiner ersten Reise sehr geholfen.”

 

Elisabeth Schuberts erste Reise führte ins Zillertal. Bei der Ankunft im Hotel war ihr Organisationstalent direkt gefragt: Zimmer verteilen, Frühstückszeiten ausgeben und für den Fall der Fälle die eigene Telefonnummer weitergeben, damit sich alle Mitreisenden von Anfang an sicher und wohl fühlen.

 

Zum Kennenlernen findet (auch bei heutigen Reisen) am ersten Morgen eine Vorstellungsrunde statt. Da geht es aber nicht nur um die Namen der Mitreisenden und deren Vorlieben. Da wird auch schon mal darüber gesprochen, was man vergessen hat. Immer ist jemand da, der aushelfen kann. Die Stunde nach dem Frühstück wird an den folgenden Tagen für eine morgendliche Einstimmung genutzt. Und danach geht es zu den ersten Unternehmungen. „Jede und jeder kann natürlich machen, was sie oder er will. Es ist ja schließlich ihr Urlaub. Aber ich muss schon wissen, wer wo unterwegs ist. Schließlich habe ich ja auch eine Verantwortung für die Leute”, sagt die agile Frau.

 

Über die Gegebenheiten, Ausflugs- und Wandermöglichkeiten informiert sie sich vor Ort. Denn ihre jahrelange Erfahrung hat sie gelehrt, dass sie flexibel sein muss. Denn zum einen ist es am Reiseziel oft anders als geplant und zum anderen müssen natürlich die Wünsche und Fähigkeiten der Teilnehmenden berücksichtig werden. Nicht jeder möchte und kann zum Beispiel eine stundenlange Wanderung machen.

 

Ihre Reisen führten sie schon an die unterschiedlichsten Orte. Etwa nach Bad Lauterberg. Dort wohnte die Gruppe im Kloster Sankt Benno mit der beeindruckenden Oberin Schwester Ignatia. Weitere Reisen führten nach Bad Wiessee oder nach Ahlbeck auf Usedom. An diese Reise hat sie eine ganz besondere Erinnerung. „Bei einer Wanderung entdeckten wir einen schönen kleinen Wald und ich sagte, dass wir hier ein Picknick machen könnten. Alle waren sofort begeistert, wir kauften alles ein und picknickten dann mit Bockwurst, Bier und Schnaps in der Heide.”

 

Und auch wenn es einmal Ärger oder Unzufriedenheit gab – Elisabeth Schubert ist von jeder Reise begeistert zurückgekommen. Das Gemeinschaftserlebnis sei einfach unbezahlbar. Da werden auch Geschichten aus der Vergangenheit ausgetauscht. So erzählten etwa Vertriebene aus Schlesien von ihrer Flucht nach dem 2. Weltkrieg. Oder man diskutiert über Religion. Hier konnte Elisabeth feststellen, dass es keinen Unterschied zwischen evangelischen und katholischen Christen gibt. Manchmal geht es in solchen Gesprächen - etwas profaner - auch nur um Kochrezepte, wie den besten Möhreneintopf.

 

Auch sehr berührende Dinge hat die engagierte Reisebegleiterin erlebt. So organisierte sie einmal eine Trauerandacht für den plötzlich in Verl verstorbenen Bruder einer Mitreisenden. Diese bedankte sich hinterher für das wunderbare Erlebnis, das in der Heimat nicht hätte schöner sein können.

 

Kurz gesagt, es menschelt überall – und da muss man als Reisebegleitung jede Menge Fingerspitzengefühl und diplomatisches Talent beweisen - auch wenn es „nur” um ein unbequemes Bett oder das falsche Kopfkissen geht. Elisabeth Schubert hält die Reisegruppe als guter Geist zusammen. Woher sie das hat? Vielleicht von ihrem Vater, der ein liebevoller, vermittelnder Mann gewesen sei. Aber sie erwähnt auch ihren Ausbilder bei der Post, der mit seiner Güte und seinem Mitgefühl ein großes Vorbild für sie gewesen sei.

 

Auf jeden Fall legt sie ihre ehrenamtliche Aufgabe als Reisebegleiterin beim Caritas-Verband Gütersloh jedem wärmstens ans Herz. Von der Freude am Reisen abgesehen, hätten sich daraus auch jede Menge gute Bekanntschaften ergeben. Die nächste Reise steht übrigens schon fest: Im April geht es nach Altötting. „Ich werde jetzt 77 und denke ‘Meine Güte was bist du alt.’ Und dann denke ich, da kommt noch was”, meint Elisabeth Schubert und strahlt über das ganze Gesicht. Reisebegleitung und das Engagement für andere scheint jung zu halten!

 

Wer sich auch bei den Seniorenreisen engagieren möchte, kann sich an Sven Witte wenden unter Telefon: 05241 9883-14 oder per Mail an witte@caritas-guetersloh.de


Ansprechpartnerinnen für das Ehrenamt bei der Stadt Gütersloh

 

Ansprechpartnerin bei allen Fragen rund um das Ehrenamt:

Elke Pauly-Teismann, Ehrenamtskoordinatorin

Telefon: 05241-82 3197, E-Mail: elke.pauly-teismann@guetersloh.de

 

Ansprechpartnerin für die Anliegen älterer Menschen:

Heidi Ostmeier, Seniorenbeauftragte

Telefon: 05241-82 2156 l E-Mail: heidi.ostmeier@guetersloh.de

 

Hier gibt’s was auf die Ohren

 

Hören Sie den neuen Podcast „Ehrenamt tut gut“. Auf Apple Podcasts, YouTube Music und Spotify.

 

 


 


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